Vielleicht sollte ich in diesem Fall doch Den Haag sagen, denn der Bau des Louwman Museum Es sieht prächtig aus, und schon bei der Anfahrt hat man den Eindruck, als wären die Gärtner gerade erst gegangen. Ein anerkennendes „Sieht gar nicht schlecht aus“ meines Vaters bestätigt meinen Eindruck. Wir kommen stilvoll in einem Maserati 4200 Spider an, den wir in der Tiefgarage parken. Das Louwman Museum beherbergt die älteste private Sammlung klassischer Automobile der Welt (!) und liegt in wunderschöner Lage an der Leidsestraatweg Richtung Wassenaar. Das verheißt Gutes!
Die Sammlung lässt sich mit einem Wort beschreiben: überwältigend. Was für eine riesige Sammlung, insbesondere mit den sehr alten Kutschen! Der Rundgang führt an diesen Vorläufern der Kultfiguren vorbei, und man findet sich allmählich in den 40er, 50er und 60er Jahren wieder, bevor man schließlich wieder in der zentralen Halle landet. Alles ist geschmackvoll eingerichtet, aber aus irgendeinem Grund wirkt der zentrale Platz etwas deplatziert, wie es oft bei Restaurants in Museen der Fall ist. Aber wir waren ja ohnehin nicht wegen des Kaffees hier, sondern wegen der Autos.
Sogar mein Vater, der nun wirklich kein Autonarr ist, hat einen Riesenspaß, vor allem wegen der Vielfalt der Sammlung und der Geschichten, die sich um die Autos ranken. Außerdem wird es irgendwann zu einer Reise in die Vergangenheit, wenn er sich an die etwas neueren Modelle aus seiner Jugend erinnert.

Was haltet ihr von diesem riesigen, aufgeladenen Duesenberg SJ aus dem Jahr 1935! Von diesem Modell wurden nur 35 Stück gebaut, und dies ist der einzige SJ mit einer LaGrande-Karosserie.

Und dieser Peerless von 1911. Ein sehr sportlicher Zweisitzer mit einem Sechszylindermotor von sage und schreibe elf Litern Hubraum. 1911 kostete das Auto sechstausend Dollar, so viel wie zwölf neue Ford Modell T.
1932 Maserati 8C 3000 und ein Austin A90 Atlantic Cabriolet

Für mich war dieser Maserati 300S von 1957 das Prunkstück meiner Sammlung. Ich habe einfach eine Schwäche für die italienische Marke und finde seine Linienführung atemberaubend. Dieser Maserati 300S wurde gegenüber seinen Vorgängern von 1953 umfassend verbessert und gewann sowohl das 1.000-km-Rennen von Buenos Aires mit Stirling Moss und Carlos Menditeguy als auch das 1.000-km-Rennen auf dem Nürburgring mit Stirling Moss, Jean Behra, Piero Taruffi und Harry Schell am Steuer.
Lohnt sich ein Besuch im Louwman Museum? Unbedingt! Die Sammlung ist umfangreich und beherbergt eine Reihe ganz besonderer Autos. Außerdem erfährt man viel Wissenswertes über die ausgestellten Modelle und entdeckt so manche faszinierende Geschichte. Regelmäßig werden auch Sondermodelle oder kleinere Sammlungen in temporären Ausstellungen gezeigt. Wenn man sich Zeit zum Bummeln nimmt, was dort durchaus möglich ist, kann man gut und gerne ein paar Stunden verbringen. Und falls Sie es nicht schaffen oder ein schönes Souvenir möchten, gibt es auch ein wunderschönes Buch über das Museum!
Weitere Informationen: www.louwmanmuseum.nl

























