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Rost, was ist das eigentlich?

von Frank | 19. Oktober 2014 | Wartung und Tipps | 2 Kommentare

Rust Rost ist wohl der größte Albtraum eines jeden Oldtimerbesitzers. Zugegeben, ein Totalschaden oder Diebstahl sind vielleicht noch etwas schlimmer, aber Rost kann Ihrem Oldtimer enormen Schaden zufügen. Rost ist nichts anderes als oxidiertes Eisen, so lernt man es im Chemieunterricht. Dieses Eisen verbindet sich mit Sauerstoff, und schon hat man ein echtes Rostproblem. Modelle wie der Alfa Romeo 33, Ford Fiesta und die Opel Corsa Sie waren berüchtigt für ihre Rostanfälligkeit. Doch es gibt noch mehr über diesen unerbittlichen Prozess zu erzählen. Was genau ist Rost und wie entsteht er?

Zunächst einmal sprechen wir nicht von Eisen, sondern von Stahl, der aus mehreren Metallen besteht. Bei der Stahlherstellung wird auch Schrott eingeschmolzen und beigemischt. Dieser Schrott besteht aus allen möglichen Metallresten, beispielsweise Aluminium und Kupfer, die etwa aus Autowracks stammen. Diese Metalle verhalten sich alle unterschiedlich und weisen geringe Spannungsunterschiede auf, die auch als elektrische Feldstärken bezeichnet werden. potenzielle Unterschiede Wie bereits erwähnt, wird es hier knifflig, denn wenn eine leitfähige Substanz, wie beispielsweise Regenwasser, den Kontakt zwischen den verschiedenen Arten von Metallkristallen herstellt, entsteht ein winziger elektrischer Strom, der dazu führt, dass sich das unedlere Metall langsam aufzulösen beginnt.

Feuchtigkeit ist überall, auch wenn man sie nicht sieht oder spürt.

Auch wenn sich ein Metall nicht nass anfühlt, befindet sich aufgrund der Luftfeuchtigkeit stets ein dünner Wasserfilm auf seiner Oberfläche. Dieser dünne Wasserfilm ist elektrisch leitfähig, insbesondere wenn er Streusalz oder andere Verunreinigungen enthält. Wir haben es also mit unreinem Stahl zu tun, der aus mehreren Metallen besteht, und mit einem dünnen Wasserfilm, der Verunreinigungen enthält. Beides verursacht minimale Potenzialdifferenzen und somit kleine elektrische Ströme. Auf der negativen Seite löst sich das unedlere Metall (oft Eisen) auf, auf der positiven Seite spaltet sich das Wasser.

Rostdiagramm

Die freigesetzten Hydroxidionen sind negativ geladen und verbinden sich anschließend mit den positiv geladenen Eisenionen zu Eisenhydroxid. Dieses ist als rötlich-braune Substanz sichtbar und wandelt sich im Laufe der Zeit in rötlich-braune Eisenoxidflocken um, die wir als unliebsame Überraschung an unseren geliebten Oldtimern vorfinden. Ein weiterer Nachteil ist, dass Rost immer Wasser enthält und bereits ein einziges Wassermolekül ausreicht, um den Rostprozess fortzusetzen.

Eine Möglichkeit, Rostbildung effektiv zu stoppen, ist die Elektrifizierung des Metalls. Dadurch wird die Bildung von Eisenionen verhindert. Allerdings ist die kontinuierliche Elektrifizierung eines Oldtimers keine wirkliche Lösung. Interessant ist der kathodische Korrosionsschutz, der durch das Aufbringen einer dünnen Zinkschicht erreicht wird. Zink ist sogar noch unedler als Eisen, was bedeutet, dass Elektronen während des Rostprozesses leichter aus dem Eisen austreten. Daher löst sich anstelle des Eisens das Zink auf. Das Endprodukt der Zinkkorrosion ist die Zinkpatina, die steinhart ist und eine Schutzschicht bildet. Auf diese Weise wird der Rostprozess gestoppt, da das Zink korrodiert und nicht das zu schützende Metall.

Beim Recycling von verzinktem Stahl ist es wichtig, dass dieser zinkfrei ist. Beispielsweise können Motorblöcke nicht aus zinkhaltigem Stahl gegossen werden, da sich dadurch Blasen bilden und die Festigkeit des Blocks beeinträchtigen können. Glücklicherweise verdampft Zink im Stahlwerksofen weit vor Erreichen der Verarbeitungstemperatur und wird in einem separaten Dampfverfahren aufgefangen; aus diesem Rückstand werden Zinkoxide gewonnen. Diese Zinkoxide finden dann Verwendung in Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Hautpflegeprodukten, Kosmetika usw.

Früher war die Technologie weit weniger entwickelt, und wir waren uns unserer Umwelt weniger bewusst. Die Entfernung von Zinkoxiden aus dem Produktionsprozess war aufgrund des zusätzlichen Ausrüstungsbedarfs kostspielig. Zudem bestand keine Nachfrage nach Zinkoxiden; sie wurden einfach aus dem primären Zink im Zinkerz gewonnen. Heute ist uns bewusst, dass wir die Ressourcen der Erde erschöpfen. Daher ist die Wiederverwendung unerlässlich, und Recyclingunternehmen, -verfahren und -märkte haben einen regelrechten Boom erlebt.

Rost

Ein gängiger Versuch besteht darin, den Rost einzudämmen: ihn etwas abzuschleifen und neu zu lackieren. Das hilft jedoch nicht, denn unter der neuen Farbe breitet sich der Rost einfach weiter aus, und schließlich bilden sich Blasen im Lack, die wie reife Kirschen aufplatzen. Die Folge ist, dass Feuchtigkeit noch leichter eindringen kann, was den Prozess beschleunigt. Wenn Sie den Rost wirklich entfernen wollen, müssen Sie sehr gründliche Maßnahmen ergreifen. Sie können dies tun, indem Sie den verrosteten Bereich entfernen oder ihn durch Sandstrahlen sehr gründlich entrosten. Es ist wichtig, dass Sie so schnell wie möglich nach dem Sandstrahlen eine deckende und vollständig versiegelnde Lackschicht auftragen, da das Metall, wenn es der Luft ausgesetzt ist, wieder zu rosten beginnt.

Rost, verursacht durch Bakterien

Selbst bei brandneuen, sorgfältig behandelten Metallen, die durch mehrere Beschichtungsschichten vollständig vor Sauerstoff geschützt sind, kann Rost entstehen. Dies liegt an Bakterien, die sich im Metall ansiedeln. Diese Bakterien scheiden geringe Mengen an Feuchtigkeit aus, die ausreichen, um Rost von innen heraus entstehen zu lassen.

Das klingt alles ziemlich aussichtslos im Kampf gegen Rost. Ist es also von vornherein verloren, und müssen wir uns damit abfinden, dass früher oder später jeder Oldtimer dem Rost zum Opfer fallen wird?

Wie bekämpft man Rost?

Um Ihr Auto optimal vor Rost zu schützen, ist ein sauberes und trockenes Fahrzeug unerlässlich. Beginnen Sie daher mit der Reinigung mit den richtigen Produkten und entfernen Sie alle Abdeckplatten und Schutzkappen. Vergessen Sie dabei nicht die Hohlräume. In diesen Bereichen sammelt sich oft Schmutz an, in dem sich bereits Rost bilden kann. Jede übersehene Ecke erhöht das Rostrisiko. Gehen Sie daher besonders gründlich vor und stellen Sie sicher, dass Sie mit einem Hochdruckreiniger alle Stellen problemlos erreichen. Lassen Sie das Auto anschließend vollständig trocknen; dies dauert etwa 48 Stunden.

Rostbehandlung

Es gibt unzählige Produkte verschiedener Marken, die Sie verwenden können. Wir werden Ihnen hierzu keine Empfehlungen geben, da wir nicht genau wissen, was funktioniert und was nicht. Bekannt ist jedoch, dass Produkte auf Fettbasis (nicht Wachs) die besten Ergebnisse liefern. Viele Produkte auf dem Markt erfüllen ihren Zweck nicht oder nur unzureichend. Lassen Sie sich daher von Fachleuten beraten. Sollten Sie einen unabhängigen Testbericht haben, würden wir uns über einen Hinweis freuen. In jedem Fall ist es ratsam, Ihren Oldtimer regelmäßig zu überprüfen, ihn in einer trockenen und gut belüfteten Umgebung aufzubewahren und Einflüsse zu vermeiden, die Rost begünstigen (z. B. winterliche Bedingungen).

Viel Spaß beim Fahren!

Vielen Dank an Hans Boender für seinen Beitrag zu diesem Artikel.


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2 Kommentare

  1. Hans Boender

    Interessanter Bericht über Korrosion. Ich muss jedoch auf einen sachlichen Fehler hinweisen. Es wird behauptet, der zunehmende Einsatz von verzinktem Stahl sei unerwünscht, da das Zink beim Einschmelzen von Schrott wieder im „neuen“ Stahl auftauchen würde. Das ist falsch. Zink verdampft weit vor Erreichen der Verarbeitungstemperatur im Stahlwerk und wird in einem separaten Dampfverfahren aufgefangen. Aus diesem Rückstand werden Zinkoxide gewonnen. Diese Zinkoxide finden Verwendung in Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Hautpflegeprodukten, Kosmetika usw. Daher gibt es absolut keinen Grund, ihren Einsatz einzuschränken.

    antworten
  2. Auke Schouwstra

    Hallo Frank, du liegst mit deiner Aussage in diesem Artikel fast richtig: Fettbasierte Schutzprodukte (nicht Wachs) sind am wirksamsten. Das liegt daran, dass Fett immer geschmeidig bleibt und eine kriechende Wirkung behält. Haarrisse in der Beschichtung werden aufgefüllt, wodurch der Rostprozess gestoppt wird.

    antworten

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