Mazda R360 (1960- 966)
De Mazda R360 wurde zwischen 1960 und 1966 gebaut und dieses zweitürige, viersitzige Coupé war das erste richtige Auto von MazdaDas Modell hatte einen kurzen Radstand von 1,7 Metern und wog nur 380 kg. Der Heckmotor war ein luftgekühlter 356-cm³-V2-Motor mit einer Leistung von rund 16 PS. Damit erreichte es eine Höchstgeschwindigkeit von 84 km/h.
Mazda R360 Coupé
Geschichte und Hintergrund
Der Mazda R360 markiert einen besonderen Moment in der Geschichte von Mazda. Obwohl die Marke schon seit Jahren im Bereich der Dreiräder und kleinen Nutzfahrzeuge aktiv war, war der R360 im Jahr 1960 der allererste echte Pkw des japanischen Herstellers. Und was für ein Auto das war: klein, leicht, charmant und überraschend raffiniert konstruiert.
Anfang der 1960er-Jahre befand sich Japan mitten in einer Phase wirtschaftlichen Aufschwungs. Kleine, erschwingliche Autos wurden immer beliebter, und die sogenannten „Kei-Cars“ – ultrakompakte Fahrzeuge mit Steuervorteilen – erfreuten sich rasant wachsender Beliebtheit. Mazda wollte ein Auto bauen, das so leicht und sparsam wie möglich, aber gleichzeitig komfortabel genug für den Alltag war. Das Ergebnis war das R360 Coupé, ein winziger Zweitürer, der aussah, als wäre er direkt einem japanischen Zeichentrickfilm entsprungen.
Der R360 war ein sofortiger Erfolg. Mazda konnte sich innerhalb kürzester Zeit einen großen Marktanteil im Kei-Car-Segment sichern, und der Wagen wurde unerwartet erfolgreich. Dieser Erfolg gab Mazda das Selbstvertrauen, als Automobilhersteller weiter zu wachsen. Ohne den R360 hätte Mazda wahrscheinlich nie den Schritt zu Modellen wie dem Cosmo, RX-7 oder MX-5 gewagt. Manchmal beginnt ein großes Abenteuer einfach mit einem Auto, neben dem heutzutage selbst ein Einkaufswagen riesig wirkt.

Design und Inneneinrichtung
Das Design des Mazda R360 ist typisch für die frühen 60er-Jahre: freundlich, kompakt und fast schon liebenswert niedlich. Die runden Scheinwerfer, der kleine Kühlergrill und die fließenden Linien verleihen dem Wagen ein beinahe spielzeughaftes Aussehen. Doch hinter dem Design steckte ausgefeilte Ingenieurskunst. Mazda verwendete viele Aluminiumteile, um das Gewicht gering zu halten – für ein so preiswertes Auto war das damals durchaus fortschrittlich.
Der Wagen hatte die Form eines kompakten Coupés mit steil abfallender Dachlinie und kleinen, flossenartigen Details am Heck. Trotz seiner geringen Abmessungen gelang es Mazda, dem R360 ein überraschend elegantes Erscheinungsbild zu verleihen. Auch heute noch wirkt das Modell sympathisch und freundlich – ein Auto, das Passanten spontan ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Modellvarianten
- Mazda R360 Coupé (1960–1966) — Standardmäßiges zweitüriges Coupé, luftgekühlter V-Twin-Motor
- Mazda R360 Deluxe — luxuriösere Ausführung mit zusätzlichen Zierelementen und besserer Polsterung
- Mazda R360 Automatik — ausgestattet mit einem für die damalige Zeit seltenen Automatikgetriebe
Im Innenraum drehte sich alles um Schlichtheit. Das Armaturenbrett war übersichtlich und minimalistisch gestaltet, mit einfachen Instrumenten und einem schmalen Lenkrad, wie es in dieser Zeit üblich war. Luxus war natürlich relativ, aber im Vergleich zu vielen anderen Kei-Cars bot der R360 beachtlichen Komfort. Die Sitze waren weich, die Rundumsicht hervorragend, und dank seines geringen Gewichts fuhr sich der Wagen agil. Man sollte nur nicht zu viele Einkäufe einladen, denn dann wurde es plötzlich sehr eng.
Mazda P360: ein moderner Kei-Car
Die japanische Regierung schuf 1949 das Segment der Kleinstwagen, die Kei-Cars. Der Mazda R360 war damals der erste Kei-Car als Coupé. Verglichen mit den damals erhältlichen Limousinen und Schrägheckmodellen war dieser kleine Wagen äußerst sportlich. Am Tag seiner Markteinführung wurden 4500 Einheiten verkauft. Ende der 60er-Jahre hielt Mazdas Kleinstwagen einen Marktanteil von 15 % im japanischen Inlandsmarkt. Das Modell war ein voller Erfolg! Innerhalb weniger Jahre dominierte Mazda das Segment der kompakten Leichtbauwagen in Japan. 1962 wurde das Modell durch den Mazda P360 „Carol“ 2+2 ergänzt, gefolgt von einem Cabriolet im Jahr 1964.

Neben seinem modernen Design verfügte der Wagen über ein Viergang-Schaltgetriebe und Japans erstes halbautomatisches Getriebe. Der moderne Wagen besaß außerdem einen Viertaktmotor, was einen großen Unterschied zu den Zweitaktmotoren der anderen Kei-Cars darstellte. Dieser neue Motor machte den niedlichen Kei-Car leiser und sparsamer im Verbrauch.
Um das Auto leichter zu machen, verwendeten japanische Ingenieure Zylinderköpfe und eine Motorhaube aus Aluminium. Das Getriebegehäuse wurde aus einer Magnesiumlegierung gegossen, die Heckscheibe aus Plexiglas. Das Gesamtgewicht des Wagens betrug nur 380 Kilogramm, wodurch trotz des nur 16 PS starken V2-Motors eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreicht werden konnte.
Mazda B360
Der B360 war eine Pickup-Version des R360 und basierte auf Teilen des R360 Coupés. Das Modell besaß denselben 356-cm³-Motor, der hier jedoch vorne eingebaut war und die Hinterräder antrieb. 1964 erhielt der B360 den Motor des Carol, einen 358-cm³-Reihenvierzylinder. Im darauffolgenden Jahr wurde der B360 durch den Mazda E4 ersetzt.

Wettbewerber
Der Mazda R360 konkurrierte in Japan mit anderen frühen Kei-Cars wie zum Beispiel:
- Subaru 360
- Suzuki Suzulight
- Mitsubishi 500
Nachfolgemodell
Der R360 wurde vom folgenden Modell abgelöst: Mazda Carol, das mehr Platz und modernere Technologie bot.
Modellinformationen | |
| Marke | Mazda |
|---|---|
| Modell | R360 (1960-966) |
| Land | Japan |
| Produktion starten | 1960 |
| Produktionsende | 1966 |
| (Geschätzte) Produktionsmenge | 65.000 |
| Getriebe | 4-Gang-Schaltgetriebe, 2-Gang-Automatikgetriebe |
| Motorspezifikation | 2-Zylinder 0.4L |
| Brennstoff | Benzin |
| Körperform | 2-türiges Coupé |
Topmodel-Performance | |
| Topmodel | Mazda R360 Deluxe Automatik |
| (Geschätztes) Gewicht | 380 kg |
| Leistung | 16 pk |
| Drehmoment | 22 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 85 km / h |
| Beschleunigung 0-100 | onbekend |
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