Maserati Shamal / Tipo 339 (1990-1996)
De Maserati Schamal Der Shamal (Tipo 339) ist ein kompaktes zweitüriges Coupé, das 1989 auf den Markt kam. Er ist nach dem warmen Wind benannt, der durch weite Teile Mesopotamiens weht. Entworfen wurde er von Marcello Gandini, der unter anderem für das Design des Lamborghini Countach und des Lamborghini Miura bekannt wurde.
Der Maserati Shamal ist wohl einer der brutalsten und gleichzeitig am wenigsten verstandenen italienischen Sportwagen der Neunzigerjahre. Während die meisten Marken auf Eleganz und Luxus setzten, entschied sich Maserati mit dem Shamal für einen kompromisslosen GT mit einer gehörigen Portion Testosteron unter der Haube. Das Ergebnis war ein Auto, das heute selten, begehrt und ein wenig berüchtigt ist.
Maserati Schamal
Geschichte und Hintergrund
Der Shamal wurde 1990 vorgestellt, in einer Zeit, in der Maserati nach einer turbulenten Ära unter Alejandro De Tomaso versuchte, wieder an die Spitze zu gelangen. Die Basis des Shamal bildete eine Weiterentwicklung der Biturbo-Architektur, doch Maserati wollte mehr als nur eine leistungsgesteigerte Version dieses Modells. Der Shamal sollte ein Flaggschiff werden: kompakt, kompromisslos und schnell.
Der Name leitet sich von einem heißen Wüstenwind ab, der durch Mesopotamien weht, und das war kein Zufall: Maserati wollte betonen, dass der Shamal nicht nur ein Sportwagen, sondern ein Kraftpaket war, das unerwartet und unaufhaltsam auftauchte. Mit seinem V8-Biturbo und Hinterradantrieb war er deutlich extremer als die meisten Konkurrenten. Zwischen 1990 und 1996 wurden nur 369 Exemplare gebaut, was den Shamal zu einer echten Rarität macht.
Design und Inneneinrichtung
Das Design des Shamal wurde Marcello Gandini anvertraut, dem Mann, der bereits Ikonen wie den Lamborghini Miura und Countach geschaffen hatte. Seine Handschrift ist unverkennbar in den markanten Radhäusern und den kantigen Linien. Typisch für Gandini sind auch die trapezförmigen Radhäuser, die dem Wagen eine kraftvolle Statur verleihen. Der in Wagenfarbe lackierte, integrierte Überrollbügel war ein bemerkenswertes Detail, das dem Coupé nicht nur ein robustes Aussehen, sondern auch zusätzliche Steifigkeit verlieh.
Im Innenraum vereinte Maserati Sportlichkeit mit italienischem Luxus. Lederausstattung, dicke Sportsitze und ein Armaturenbrett mit analogen Instrumenten vermittelten sofort den Eindruck, in einem ernstzunehmenden Fahrzeug zu sitzen. Der Innenraum strahlte nicht die klinische Perfektion eines deutschen Autos aus, sondern jenen typisch italienischen Charme, der das Fahren zu einem besonderen – und manchmal auch zu einem individuellen – Erlebnis machte.
Wunderschönes italienisches Interieur des Shamal
Im Innenraum, an den Türen und der Karosserie ist die starke Verwandtschaft zum Biturbo deutlich erkennbar. Gandinis Handschrift zeigt sich besonders im kantigen Profil des Hinterrads, das an den Lamborghini Countach erinnert und das er auch beim Quattroporte IV verwendete. Die B-Säule dient als Überrollbügel und ist stets schwarz lackiert – ein markantes Merkmal des Shamal. Auch der Modellname findet sich auf dieser schwarzen B-Säule.
Der Innenraum dieses temperamentvollen Italieners besticht durch wunderschöne Ledersportsitze, Klimaanlage und natürlich die charakteristische Maserati-Uhr in der Mitte des Armaturenbretts, die mit den obligatorischen Holzapplikationen versehen ist. Das Fahrzeug sollte sowohl Leistung als auch Komfort bieten, war aber weniger luxuriös ausgestattet als der Ghibli II.
326 PS starker V8-Motor mit zwei italienischen Turboladern
Maserati Shamal Motor
Der 3,2-Liter-V8-Motor mit zwei Turboladern, DOHC und 32 Ventilen leistet rund 326 PS. Diese 326 PS beschleunigen den Shamal in 5,3 Sekunden auf 100 km/h, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Das Fahrzeug verfügt über ein variables Fahrwerk, das jedes Rad individuell an die Straßenbeschaffenheit und den gewünschten Komfort anpasst. Der Shamal wurde bis Ende 1996 produziert, insgesamt wurden nur 369 Exemplare gefertigt. Heute gehört dieses Modell in die exklusiven Sammlungen von Liebhabern. Man sieht ihn nur selten auf öffentlichen Straßen.

Wettbewerber
Der Maserati Shamal trat gegen Fahrzeuge wie den Porsche 911 Turbo (964), den Ferrari 348 GTB, den Lotus Esprit Turbo und sogar gegen BMW M8-Prototypen an, die nie in Serie gingen. In diesem Feld war der Shamal vielleicht nicht der eleganteste, aber mit Sicherheit der charaktervollste – und dank seines Biturbo-V8-Motors verfügte er über eine gehörige Portion brachialer Kraft.
Einen direkten Nachfolger gab es zwar nicht, aber man könnte sagen, dass der Maserati 3200 GT von 1998 den Geist des Shamal fortführte. Auch dieses Modell besaß einen Biturbo-V8-Motor, allerdings in einem deutlich moderneren Gewand und mit Fokus auf Luxus.
Modellinformationen | |
| Marke | Maserati |
|---|---|
| Modell | Shamal / Tipo 339 (1990-1996) |
| Land | Italien |
| Produktion starten | 1990 |
| Produktionsende | 1996 |
| (Geschätzte) Produktionsmenge | 369 |
| Getriebe | Schaltgetriebe, 6 Gänge |
| Motorspezifikation | 8-Zylinder 3.2-Liter-V8-Biturbo |
| Brennstoff | Benzin |
| Körperform | 2-türiges Coupé |
Topmodel-Performance | |
| Topmodel | Maserati Shamal 3.2 V8 Biturbo |
| (Geschätztes) Gewicht | 1417 kg |
| Leistung | 326 pk |
| Drehmoment | 431 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 270 km / h |
| Beschleunigung 0-100 | 5.3 Sek. |
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