Ford Fiesta Mk2 (1983–1989)
De Ford Fiesta Mk2 (1983-1989) Der Fiesta Mk2 war in den 1980er-Jahren Großbritanniens beliebtester Kleinwagen mit rund 1,8 Millionen produzierten Einheiten. Mit seinen umlaufenden Scheinwerfern, dem ersten Fiesta-Dieselmotor, einem erstmalig erhältlichen Fünfganggetriebe und dem XR2 mit 96 PS starkem CVH-Motor führte der Mk2 technologische Innovationen auf einer bewährten Plattform ein – und bewies, dass ein gutes Grunddesign mit gezielten Aktualisierungen über ein Jahrzehnt lang kommerziell erfolgreich bleiben kann.
1984 Ford Fiesta Mk2
Geschichte und Hintergrund
Der Ford Fiesta Mk2 erschien im August 1983 als umfassende Überarbeitung des ursprünglichen Fiesta – kein komplett neues Modell, sondern eine gezielte Investition in eine Plattform, die Fords bis dato teuerste Entwicklung darstellte. Die Grundplattform und die Karosserie wurden weitgehend beibehalten, doch praktisch alles, was ein Käufer sah und berührte, war neu.
Der Fiesta Mk2 war in seiner Zeit der beliebteste Kleinwagen Großbritanniens. Im erfolgreichsten Jahr, 1987, wurden in Großbritannien über 150.000 Fiestas verkauft – der zweitmeistverkaufte Wagen hinter dem Ford Escort, obwohl das Grunddesign des Fiesta zu diesem Zeitpunkt bereits elf Jahre alt war.
In Westdeutschland, damals Europas größtem nationalen Automobilmarkt, konnte der Fiesta den Volkswagen Polo in den Jahren 1984, 1985 und erneut 1989 übertreffen. Ein Erfolg, der beweist, wie stark das Fiesta-Konzept war, selbst auf dem Heimatmarkt seines direkten Konkurrenten.
Bei der Markteinführung der neuen Fiesta-Generation im April 1989 hatten die ersten beiden Generationen zusammen mehr als 4,5 Millionen Einheiten produziert und verkauft.
Design und Inneneinrichtung
Die umlaufenden Scheinwerfer stellten die wichtigste Designänderung dar – sie verliehen dem Wagen ein moderneres Aussehen und verbesserten die Aerodynamik deutlich. Die Motorhaube wurde verbreitert, um Platz für ein neues Fünfganggetriebe zu schaffen.
Der Innenraum wirkte dank des weicheren Designs und der hochwertigeren Verarbeitung moderner als der des Vorgängermodells. Allerdings wies der Mk2 eine auffällige Besonderheit im Innenraum auf: zwei völlig unterschiedliche Armaturenbrettdesigns – eines für die Basismodelle und ein anderes für teurere Varianten wie den Ghia und den XR2.
Die neue Frontpartie gab einen Vorgeschmack auf das Facelift des Escort von 1986 und verlieh dem Fahrzeug ein reiferes, zeitgemäßeres Aussehen. Die aerodynamische Verbesserung der umlaufenden Scheinwerfer war keine rein kosmetische Entscheidung, sondern eine direkte Reaktion auf die zunehmend starke Konkurrenz durch den Peugeot 205 und den Fiat Uno.

Modellvarianten
Fiesta Popular / Popular Plus (1983–1989) — die Einstiegsmodelle:
Das Modell „Popular“ war das Einstiegsmodell und während der gesamten Produktionszeit erhältlich. Es wurde ausschließlich mit einem 950-cm³-Motor und einem Vierganggetriebe angeboten. Zur Serienausstattung gehörten weder ein Beifahrerspiegel, noch ein Heckscheibenwischer oder ein Radio – diese waren allesamt Sonderausstattungen.
Fiesta L / GL / Ghia (1983–1989) – die Lautstärke:
Das Herzstück des Fiesta-Verkaufs. Die Basisversion L bot Teppichboden und eine Basisausstattung; die GL-Version war mit mehr Chromdetails besser ausgestattet; die Ghia-Version bot die edelste Verarbeitung mit Holzfurnier und Samt. Erhältlich mit allen Motoren von 957 cm³ bis 1.398 cm³.
Fiesta 1.4S (1986–1989) — sportlicheres Einstiegsmodell:
Der 1986 eingeführte L war ein Mittelklassemodell für Käufer, die sich ein sportliches Fahrgefühl wünschten, aber nicht den Preis des XR2 zahlen wollten. Er verfügte über einen 1,4-Liter-CVH-Motor mit 74 PS. Das Fahrwerk war tiefergelegt als beim Standard-L, jedoch ohne die markante Karosserie des XR2.
Fiesta XR2 Mk2 (1984–1989) — das sportliche Topmodell:
Die zweite Generation des XR2 erschien 1984 mit einem 1,6-Liter-CVH-Motor – dem gleichen wie im Ford Escort XR3 – der 96 PS leistete und mit einem Fünfganggetriebe ausgestattet war. Er besaß außerdem ein größeres Bodykit als sein Vorgänger. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 175 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgte in etwa 10,3 Sekunden.
Fiesta Diesel 1.6 (1984–1989) — die sparsame Variante:
Erstmals war der Fiesta mit einem Dieselmotor erhältlich – einem 1,6-Liter-Motor, der vom Escort übernommen wurde. Kommentatoren bemängelten den beeindruckend niedrigen Kraftstoffverbrauch der Dieselversion, der jedoch mit einem lauten und rauen Motorlauf einherging. Selbst in Westdeutschland, einem traditionell dieselfreundlichen Markt, war die Benzinversion 1988 noch mehr als viermal so sparsam wie der Diesel.
Fiesta mit CTX-Variator (1987–1989) — die automatische Version:
Das neue stufenlose CTX-Getriebe, das auch im Fiat Uno zum Einsatz kam, wurde Anfang 1987 in den 1,1-Liter-Modellen verbaut. Eine technologische Innovation, die sich in der Praxis als weniger zuverlässig erwies, als Ford gehofft hatte.

Der Ford Fiesta Mk2 wurde im August 1983 eingeführt und die Produktion 1989 eingestellt – sechs Jahre, rund 1,8 bis 2 Millionen verkaufte Einheiten und Großbritanniens beliebtester Kleinwagen der 1980er-Jahre. Vom spartanischen Popular ohne Beifahreraußenspiegel bis zum 96 PS starken XR2 mit Fünfganggetriebe bewies der Fiesta Mk2, dass eine alte Plattform mit den richtigen Aktualisierungen jahrelang wettbewerbsfähig bleiben kann. Dass der Fiesta 1987, obwohl sein Design bereits elf Jahre alt war, in einem einzigen Land noch 150.000 Mal verkauft wurde, ist der beeindruckendste Verkaufserfolg in der Geschichte der Ford-Kleinwagen.
Wettbewerber
Der Fiesta Mk2 konkurrierte Mitte der 1980er Jahre im europäischen B-Segment der Kleinwagen. Direkte Konkurrenten waren:
- Peugeot 205 (technisch überlegen, sportlicherer GTi)
- Fiat Uno (moderneres Design, CTX-Variator)
- Vauxhall Nova / Opel Corsa A
- Austin Metro (britischer Konkurrent)
- Volkswagen Polo Mk2
Nachfolgemodell
De Fest mk3 Der intern als BE-13 bezeichnete Wagen wurde Ende 1988 vorgestellt und kam im Februar 1989 offiziell in den Handel. Er basierte auf einer völlig neuen Plattform mit semi-unabhängiger Torsionsstab-Hinterradaufhängung anstelle der starren Hinterachse und bot erstmals eine fünftürige Version an – ein Novum, das frühere Generationen nicht hatten, während Konkurrenten wie der Peugeot 205 schon seit Jahren fünf Türen anboten.
Modellinformationen | |
| Marke | Ford |
|---|---|
| Modell | Fiesta Mk2 (1983–1989) |
| Land | USA |
| Produktion starten | 1983 |
| Produktionsende | 1989 |
| (Geschätzte) Produktionsmenge | 1.900.000 |
| Getriebe | 4- oder 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Motorspezifikation | 4-Zylinder 1.0 l, 1.2 l, 1.3 l, 1.4 l, 1.6 l, 1.6 LD |
| Brennstoff | Benzin, Diesel |
| Körperform | Dreitüriger Schrägheckwagen (einzige Karosserievariante für Pkw-Versionen), Dreitüriger Lieferwagen / Kastenwagen, Zweitüriges Cabriolet Fiesta Fly (Crayford / F. English — ca. 300 Exemplare) |
Topmodel-Performance | |
| Topmodel | Ford Fiesta XR2 Mk2 |
| (Geschätztes) Gewicht | 855 kg |
| Leistung | 96 pk |
| Drehmoment | 134 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 175 km / h |
| Beschleunigung 0-100 | 10.3 Sek. |
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