Ford Capri Mk3 (1978–1986)
De Ford Capri Mk3 (1978-1986) Der Mk3 markierte das neunjährige Finale von Europas erfolgreichstem erschwinglichen Sportcoupé mit rund 320.000 gebauten Exemplaren. Vom 3,0-Liter-Essex-V6 über den 160 PS starken Kölner V6 mit Bosch K-Jetronic-Einspritzung im 2.8 Injection Special bis hin zu den 1.038 Exemplaren des Brooklands Green Capri 280 bewies der Mk3, dass gutes Design mit der richtigen Verarbeitung über Jahrzehnte Bestand hat.

Geschichte und Hintergrund
Der Ford Capri Mk3 – intern „Projekt Carla“ genannt – war im Wesentlichen ein radikal überarbeiteter Mk2, wurde von Ford aber als völlig neues Modell positioniert. Die ersten Exemplare waren ab März 1978 erhältlich, nachdem eine Konzeptpräsentation auf dem Genfer Autosalon 1976 bereits die neue Richtung angedeutet hatte.
Der Mk3 konnte den stetigen Absatzrückgang nicht aufhalten, aber er verlangsamte ihn. Die markanten vier Scheinwerfer, der schwarze „Aeroflow“-Kühlergrill und die verbesserte Aerodynamik verliehen dem Capri ein frisches Aussehen, das das Design fast neun weitere Jahre relevant hielt. Das gleiche Design, mit der gleichen modernisierten Cortina-Plattform, die 1968 Premiere gefeiert hatte, war auch 1986 noch ein begehrtes Auto.
1981 brachte die Einführung des 2.8 Injection neuen Schwung in die Capri-Baureihe. Der 2.8i war der erste reguläre Capri mit Benzineinspritzung seit dem RS2600 und verlängerte die Produktion um zwei bis drei Jahre gegenüber den ursprünglichen Plänen von Ford. Ab November 1984 wurde der Capri ausschließlich für den britischen Markt gebaut, und ab diesem Zeitpunkt waren nur noch Rechtslenker erhältlich.
Am 19. Dezember 1986 lief der letzte Capri im Kölner Werk vom Band. Bis dahin waren insgesamt 1.886.647 Capris über alle Generationen hinweg gebaut worden.

Design und Inneneinrichtung
Der Mk3 führte serienmäßig vier markante Scheinwerfer bei allen Modellen ein, einen schwarzen „Aeroflow“-Kühlergrill, der auch beim Fiesta Mk1 verwendet wurde, und sägezahnförmige Rücklichtgläser, die die neue Ford-Designsprache des Chefdesigners Uwe Bahnsen widerspiegelten.
Diese Designmerkmale wurden später auch für den Cortina 80 (1979), den Escort Mk3 (1980) und den Granada Mk IIb (1981) übernommen. Der Innenraum des Capri Mk3 unterschied sich anfangs deutlich vom Mk2. Im Laufe der Modellentwicklung wurden jedoch samtigere Sitzbezüge, farblich abgestimmte Stoßfänger und luxuriösere Ausstattungsdetails hinzugefügt. Der 1984er Capri 2.8 Injection Special bot serienmäßig eine Teillederausstattung, während der letzte Capri 280 mit Recaro-Vollledersitzen ausgestattet war.
Modellvarianten
Capri 1.3 / 1.6 / 2.0 (1978–1986) — der Lautstärkebereich:
Die Basismodelle bei Markteinführung wurden vom Mk2 übernommen. Ab November 1984 wurden sie in „Laser“ umbenannt – komplett mit Instrumenteneinheit, Lederschalthebel, Lederlenkrad und elektrischer Antenne.
Capri 3000S (1978–1981) – das V6-Einstiegsmodell:
Der 3,0-Liter-Essex-V6-Motor mit Einzelvergaser war bei der Markteinführung des Mk3 das begehrteste Modell, obwohl sich die laufruhigere Ghia-Variante mit Automatikgetriebe besser verkaufte. 1981 wurde der 3,0-Liter-V6 aus dem Programm genommen.
Capri 3000S X-Pack (1978–1981) — die Version mit drei Weber-Vergasern:
Das X-Paket umfasste drei Weber-Vergaser und sportliche Modifikationen am 3,0-Liter-V6-Motor. Das leistungsstärkste Vergasermodell im Capri Mk3 – spritziger, aber weniger kultiviert als die spätere Version mit Benzineinspritzung.
Capri 2.8 Injection (1981–1984) – der Wendepunkt:
Vorgestellt auf dem Genfer Autosalon 1981. Der 2,8-Liter-Cologne-V6 mit Bosch K-Jetronic-Einspritzung leistete 160 PS – mehr als der 3,0-Liter-Essex, aber auch deutlich laufruhiger und umweltfreundlicher. Ursprünglich mit einem Vierganggetriebe ausgestattet, wurde dieses im Januar 1983 durch ein Fünfganggetriebe ersetzt. Gleichzeitig tauschten Samtsitze die karierte Innenausstattung.
Capri 2.8 Injection Special (1984–1986) — das ultimative Modell:
Ab September 1984 wurde der 2.8i zum Injection Special weiterentwickelt. Er verfügte über Teillederausstattung, ein Sperrdifferenzial, ein Fünfganggetriebe und 13-Zoll-RS-Leichtmetallfelgen mit sieben Speichen, jedoch ohne das übliche RS-Logo. Kühlergrill und Scheinwerfer waren in Wagenfarbe lackiert. Der wohl kompletteste Capri, den Ford je gebaut hatte.
Capri 280 „Brooklands“ (1986) – die letzte:
Ford plante ursprünglich, 500 turbogeladene Capris über Turbo Technics zu bauen und das Auto Capri 500 zu nennen. Geänderte Pläne führten jedoch zum Capri 280 – den letzten Exemplaren der Produktionslinie. Insgesamt wurden 1.038 Fahrzeuge in „Brooklands Green“-Metallic mit Recaro-Volllederausstattung und 15-Zoll-Versionen der siebenspeichigen RS-Felgen gefertigt. Der Name „Brooklands“ bezog sich ausschließlich auf die Lackfarbe, nicht auf die berühmte Rennstrecke.

Werks-Turbo / Zakspeed (1981–1982) — seltene Sonderedition:
Von Juli 1981 bis September 1982 verkauften deutsche RS-Händler eine limitierte Auflage auf Basis des 3,0-Liter-S. Diese verfügte über einen turbogeladenen 2,8-Liter-V6-Motor mit 190 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Das Fahrzeug war ausschließlich als Linkslenker erhältlich. Es wurden etwa 155 bis 200 Exemplare gebaut.
Tickford Capri (1983–1984) – der teuerste Capri aller Zeiten:
Ein von Tickford entwickelter 2,8-Liter-Turbomotor mit Einspritzung leistete 205 PS und beschleunigte das Fahrzeug in etwa 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Es wurden weniger als 100 Einheiten gebaut. Die Kosten waren doppelt so hoch wie die des Standard-Capri Injection, was zu stagnierenden Verkaufszahlen führte.

Der Ford Capri Mk3 wurde im März 1978 vorgestellt und verließ das Kölner Werk am 19. Dezember 1986 – fast neun Jahre, rund 320.000 bis 340.000 Einheiten und der würdige Abschluss des erfolgreichsten europäischen Sportcoupés seiner Generation. Vom 3000S X-Pack, der dem Essex V6 seinen letzten Auftritt bescherte, über den 160 PS starken 2.8 Injection Special, der dem Capri seine letzten und stärksten Jahre bescherte, bis hin zu den 1.038 Brooklands Green Capri 280, die die Ära gebührend beendeten – der Mk3 bewies, dass ein gutes Design Jahrzehnte überdauern kann, wenn es mit Bedacht weiterentwickelt wird. Die Tatsache, dass insgesamt 1.886.647 Capris vom Band liefen und das Modell nie einen direkten Nachfolger erhielt, spricht Bände über seine einzigartige Stellung in der europäischen Automobilgeschichte.
Ford Ursprünglich sollten 500 turbogeladene Capris über Turbo Technics gebaut und als Capri 500 bezeichnet werden – doch geänderte Pläne führten zum Capri 280. Die Bezeichnung 280 bezog sich daher weder auf den Motor noch auf die Leistung, sondern war schlicht das Ergebnis von Produktionsplänen, die sich anders als erwartet entwickelten.
Wettbewerber
Der Capri Mk3 konkurrierte in einem schrumpfenden europäischen Coupé-Segment – die meisten direkten Konkurrenten waren zu diesem Zeitpunkt bereits vom Markt verschwunden oder nicht ersetzt worden. Die verbleibenden Konkurrenten waren:
- Opel Manta B (verschwand 1988 ebenfalls ohne Nachfolger)
- Volkswagen Scirocco Mk2
- Alfa Romeo GTV (höheres Preissegment)
- Renault Fuego (verschwand 1986)
Nachfolgemodell
Der Capri hatte keinen offiziellen Nachfolger. Ford brachte später den Probe als eine Art spirituellen Nachfolger auf den Markt, doch dieser konnte nie an die Popularität des Capri anknüpfen. In Großbritannien zählte der Capri in der zweiten Hälfte der 1980er und Anfang der 1990er Jahre zu den am häufigsten gestohlenen Autos – in einem Bericht des Innenministeriums wurde er als „Hochrisikofahrzeug“ eingestuft. Ein vielleicht zweifelhaftes Lob, aber dennoch ein Zeichen für die anhaltende Beliebtheit des Modells.
Modellinformationen | |
| Marke | Ford |
|---|---|
| Modell | Capri Mk3 (1978–1986) |
| Land | USA |
| Produktion starten | 1978 |
| Produktionsende | 1986 |
| (Geschätzte) Produktionsmenge | 330.000 |
| Getriebe | 4- oder 5-Gang-Schaltgetriebe, 3-Gang-Automatikgetriebe |
| Motorspezifikation | 4-Zylinder 1.3 l, 1.6 l, 2.0 l, 6-Zylinder (V6) 2.8 l, 3.0 l |
| Brennstoff | Benzin |
| Körperform | Zweitüriges 2+2-Fastback-Coupé mit Schrägheckdach (nur ab Werk erhältlich – alle Mk3-Modelle), kein Cabriolet ab Werk – Umbauten durch externe Karosseriebauer möglich |
Topmodel-Performance | |
| Topmodel | Ford Capri 2.8 Einspritzung Spezial |
| (Geschätztes) Gewicht | 1090 kg |
| Leistung | 160 pk |
| Drehmoment | 220 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km / h |
| Beschleunigung 0-100 | 7.9 Sek. |
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