Ford Escort Mk5 / Mk6 (1990–2000)
De Ford Escort Mk5/Mk6 (1990-2000) Der Mk5/Mk6 markierte das Ende der 33-jährigen Escort-Ära. Er wurde von der Presse zwar verrissen, erfreute sich aber enormer Beliebtheit und erreichte 1992 in Großbritannien seinen Verkaufshöhepunkt. Mit Zetec-16-Ventil-Motoren bis zu 150 PS im RS2000, dem allradgetriebenen RS Cosworth und den Cabriolet-Versionen erfüllten die Modelle Mk5/Mk6 die Erwartungen, die der Name Escort versprach, erst nach der Einführung des Zetec-Motors, bevor der Focus 1998 die Nachfolge antrat.
1992 Ford Escort Mk5
Geschichte und Hintergrund
Der Escort Mark V kam im September 1990 mit einer komplett neuen Karosserie auf den Markt – intern als CE14 (European C-Segment, 14th Project) bezeichnet und von Merkenich in Köln entworfen. Obwohl er mit Spannung erwartet wurde, fiel die Resonanz der Fachpresse negativ aus. Hauptgründe dafür waren das langweilige Interieur, das unscheinbare Äußere und das enttäuschende Fahrverhalten.
Die Presse berichtete so negativ über das Modell, dass sie sogar zum Kauf der verbliebenen Mk4-Modelle in den Ausstellungsräumen animierte. Trotzdem blieb der Escort bei den Käufern äußerst beliebt – er belegte 1990 und 1991 den zweiten Platz in den britischen Autoverkaufsstatistiken, bevor er 1992 die Spitze erreichte. Ein bekanntes Beispiel für den Unterschied zwischen Presseberichten und tatsächlichen Kaufentscheidungen. Zwei Jahre später, 1992, verpasste Ford seinem Bestseller ein Facelift mit ovalem Kühlergrill und überarbeiteten Stoßfängern als Mk6 – intern manchmal als „Mk5-Facelift“ bezeichnet, von Ford aber als neues Modell positioniert. 1998 brachte Ford den Focus auf den Markt, doch die Produktion des Escort lief bis Ende 2000 weiter, die letzten Exemplare verließen das Werk in Halewood.
Innenraum eines Ford Escort Mk5 RS von 1990
Design und Inneneinrichtung
Der Mk5 wies im Vergleich zu seinem kantigen Vorgänger, dem Mk4, ein glatteres und aerodynamischeres Profil auf. Der cW-Wert lag bei 0,35 für die Standardversionen und bei 0,34 für den XR3i und den RS2000 – eine deutliche Verbesserung gegenüber den 0,39 des Mk4. Der Radstand wuchs auf 2.525 mm, und das Kofferraumvolumen erhöhte sich von 305 Litern beim Mk4 auf 385 Liter.
Der 1995er Mk6 wirkte noch runder, insbesondere an Front und Stoßfängern. Die Silhouette aller Modelle vom Mk5 zum Mk6 blieb jedoch nahezu identisch – eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt einer Revolution. Mit dem Erscheinen des Golf 4 und des Opel Astra G wirkte der Escort zunehmend wie ein Auto aus einer anderen Ära.
Modellvarianten
Escort L / LX / GL / Ghia (1990–2000) — die Lautstärke-Reihe:
Erhältlich als drei- und fünftüriger Schrägheckwagen, viertürige Limousine und fünftüriger Kombi. Breites Spektrum an Ausstattungsvarianten – L, LX, GL, Ghia und später Si. Servolenkung, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und sogar Klimaanlage waren mit steigender Ausstattung verfügbar.
Escort XR3i (1992–1997) — das Sportmodell:
Mit der Rückkehr des XR3i wurde auch der neue Zetec-16-Ventil-Motor eingeführt. Der 1.8-Liter-Zetec ersetzte den in die Jahre gekommenen CVH und bot spürbar bessere Fahrdynamik und mehr Laufruhe. Erhältlich als dreitürige Schräghecklimousine und Cabriolet.
Escort RS2000 (1991–1996) — das sportliche Topmodell:
Der RS2000 erschien im Herbst 1991 mit einer 16-Ventil-Version des 2,0-Liter-Motors des Sierra und 150 PS. Vier Scheibenbremsen und Recaro-Sitze gehörten ab 1995 zur Serienausstattung, darunter auch eine auf 500 Exemplare limitierte „F1 Edition“. 1994 wurde außerdem ein RS2000 4x4 als Allradversion vorgestellt. Der höchste jemals bei einer Auktion erzielte Preis für einen Ford Escort Mk5 lag bei 202.500 US-Dollar für einen RS Cosworth Lux von 1992.
Escort RS Cosworth (1992–1996) — die Rallye-Legende:
Der 1992 als Nachfolger des Sierra Sapphire RS Cosworth eingeführte Ford RS Cosworth war Fords Rallye-Meisterschaftskandidat. Er verfügte über einen turbogeladenen 2,0-Liter-Cosworth-16-Ventil-Motor, Allradantrieb und einen großen Heckflügel. Von 1993 bis 1998 nahm er an der WRC teil. Der RS Cosworth wird in den Kategorien „RS“ und „Performance“ separat behandelt.
Escort Cabriolet (1990–2000) — die offene Variante:
Als Nachfolger der Mk3/Mk4-Baureihe erfreute sich auch das Mk5/Mk6 Escort Cabriolet großer Beliebtheit als offenes Sommerauto. Es war in den Ausstattungsvarianten XR3i und Ghia erhältlich.
Escort „Flight“ / „Finesse“ (1998–2000) – eingestellte Editionen:
Mit dem Erscheinen des Focus wurde die Escort-Baureihe überarbeitet und auf die Sondermodelle „Flight“ und „Finesse“ beschränkt. Motorisierung: 1,6-Liter-Benziner oder 1,8-Liter-Diesel, drei- und fünftürige Schräghecklimousine sowie Kombi. Die niedrigeren Preise sicherten den Absatz in Europa bis Ende 2000.
Wettbewerber
Der Escort Mk5/Mk6 konkurrierte Anfang der 1990er-Jahre im europäischen C-Segment der Kompaktwagen. Direkte Konkurrenten waren:
- Volkswagen Golf Mk3 / Mk4 (direkter Konkurrent)
- Opel Astra F / G
- Peugeot 306
- Renault Clio / Mégane
- Vauxhall Astra Mk3
Nachfolgemodell
1998 präsentierte Ford den Focus mit seinem neuen Design – ein Quantensprung, der den Escort im Vergleich dazu alt aussehen ließ. Der Focus war sowohl in puncto Fahrdynamik als auch Design ein solcher Fortschritt, dass der Escort sofort wie ein Relikt des letzten Jahrhunderts wirkte. Der letzte Escort lief Ende 2000 in Halewood vom Band. 2014 wurde der Name Escort für ein auf dem Ford Focus der zweiten Generation basierendes Fahrzeug wiederbelebt, das auf dem chinesischen Markt verkauft wurde.
Modellinformationen | |
| Marke | Ford |
|---|---|
| Modell | Escort Mk5/Mk6 (1990–2000) |
| Land | USA |
| Produktion starten | 1990 |
| Produktionsende | 2000 |
| (Geschätzte) Produktionsmenge | 1.800.000 |
| Getriebe | 5-Gang-Schaltgetriebe, 4-Gang-Automatikgetriebe |
| Motorspezifikation | 4-Zylinder 1.3 l, 1.6 l, 1.8 l, 1.8LD, 2.0 l |
| Brennstoff | Benzin, Diesel |
| Körperform | Dreitüriger Schrägheckwagen (am häufigsten gebaute Variante), Fünftüriger Schrägheckwagen, Viertürige Limousine (Nachfolger des Ford Orion), Fünftüriger Kombi / Turnier, Zweitüriges Cabriolet (Karmann – Weiterentwicklung des Mk3/Mk4), Kastenwagen |
Topmodel-Performance | |
| Topmodel | Ford Escort RS2000 mit F1 Edition-Ausstattung |
| (Geschätztes) Gewicht | 1075 kg |
| Leistung | 150 pk |
| Drehmoment | 190 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km / h |
| Beschleunigung 0-100 | 7.8 Sek. |
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